Über das Werk
»Passform« – Abstraktes Gemälde in Blau
Wie die Mutterschaft Raum für das Wesentliche schafft
Die frühe Mutterschaft bringt eine radikale Veränderung mit sich: Auf der einen Seite steht die tiefe, schützende Fürsorge für das Kind, auf der anderen Seite ein permanentes Rauschen im System – Mental Load, starre Rhythmen und echte Fremdbestimmung. Wenn die Tage von den Bedürfnissen des Babys diktiert werden und das Zuhause zum engen Schutzraum schrumpft, ist das oft eine herausfordernde Phase. Doch in dieser extremen Entschleunigung kann auch ein unerwartetes Geschenk liegen:




Gelingt es, den Stillstand und die Einsamkeit dieser ersten Zeit anzunehmen, kann dahinter eine tiefe, intime Wertigkeit entstehen.
Der Kokon aus Farbe und Struktur
In diesem Werk übersetze ich diese innere Spannung durch eine massive, ruhige Fläche in Cölinblau im Zentrum. Sie wirkt für mich gleichzeitig als isolierender Kokon und als schützender Raum der Fürsorge. Inmitten dieser Fläche liegt ein marineblaues Quadrat – die buchstäbliche „Passform“, die für mich den architektonischen Rahmen des Zuhauses und die unsichtbaren gesellschaftlichen Erwartungshaltungen symbolisiert. Darin eingepasst habe ich eine rohe, verletzliche Figur. Die leuchtenden, lauten Farbflächen in Pink und Dunkelrot an den Rändern des Bildes repräsentieren im Kontrast dazu die reizvolle, oft überfordernde Außenwelt.





Die eigene Identität behaupten
Meine Figur im Inneren bleibt jedoch nicht passiv im starren Raster gefangen: Energetische, unkontrollierte Kreideakzente brechen die Geometrie auf. Sie stehen für meine pulsierende Lebensenergie, die tiefe emotionale Bindung und meinen bewussten, aktiven Prozess der Abgrenzung. Das Gemälde ist für mich eine visuelle Erinnerung daran, mich nicht blind in eine fremde Schablone drängen zu lassen, sondern meine eigenen Grenzen zu wahren und aus der Enge heraus mehr zu mir selbst zu finden.

















